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Tübingen

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Kinderbuch aus der Klinik - Krankenpflegeschüler bringen ihren Arbeitsalltag auf Papier

Krankenpflege ist kein Job wie jeder andere - besonders, wenn die Patienten Kinder sind. Ihr Engagement für ihre kleinen "Schützlinge" und ihren Job haben die Krankenpflegeschüler des Kurses 16 H/B der Schule für Pflegeberufe am Universtiätsklinikum Tübingen jetzt zu Papier gebracht - im wahrsten Sinne des Wortes. Sie haben ein Kinderbuch geschrieben und gestaltet, das sie jetzt stolz in gedruckter Form in Händen halten und der Öffentlichkeit präsentieren konnten: "ALL (Anm.: Ist eine Abkürzung, wird daher als einzelne Buchstaben gesprochen) die kleinen Polizisten und ICH".

Plötzlich ist alles anders! Das erleben die Krankenpflegeschüler nahezu jeden Tag, bei ihrer Arbeit auf Station. Und so geht es auch dem 8-jährigen Ben, der Hauptfigur der Geschichte. Ihm, so Gesundheits- und Kinderpflege-Auszubildende Anna Kühne, ginge es nicht so gut. Der Hausarzt stelle dann eine Diagnose. In dem Buch gehe man mit dem Kind die Reise durch die Krankenhauszeit. Dabei solle nichts beschönigt werden, trotzdem sei aufgrund der guten Heilungsprognose ein positives Ende gewählt worden.

Mehr als neunzig Prozent aller Kinder, die wie Ben an ALL, der Akuten lymphatischen Leukämie, erkrankt sind, werden mittlerweile wieder gesund. Doch der Weg dahin ist kein einfacher und für viele nur schwer nachvollziehbar. Darum haben sich die Krankenpflegeschüler dazu entschlossen, die vom Lehrplan vorgeschriebene Projektarbeit einem Vorlesebuch zu widmen. Vor allem um die Angst zu nehmen und auch um vorzubereiten, so Kühne. Das Buch helfe auch Geschwisterkindern oder Verwandten, um medizinische Verhältnisse oder Diagnosen zu erklären.

Mit dem Rektor als Klassenlehrer hätten sie sich schließlich auch was Besonderes einfallen lassen müssen, berichtet Anna Kühne mit einem Schmunzeln. Als dann ein Mitschüler, der bereits Erfahrung mit dem Schreiben von Kinderbücher hatte, die Idee aufbrachte, habe diese sofort großen Anklang gefunden.

Vor allem hätten sie versucht, bei dem Buch auf Fakten zu basieren. Beispielsweise ist die Hauptperson männlich, weil mehr Jungs als Mädchen erkranken. Auch das Alter als Hauptzeit der Diagnosestellung und die Krankheit ALL als häufigste onkologische Erkrankung bei Kindern seien bewusst gewählt.

Damit sich die kleinen Patienten mit Ben identifizieren können ist es kein übergeordneter Erzähler, sondern der kranke Junge selbst, der auf 58 Buchseiten seine Geschichte erzählt. "ALL, die kleinen Polizisten und ICH" erscheint Mitte März im Attempto Verlag Tübingen und ist ab dann in jeder Buchhandlung erhältlich.

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