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Eningen u.A. / Deutschland

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Umfangreiche Forschungsarbeit - Auf den Spuren der "Spanischen Grippe"

Harald Salfellner ist Mediziner, Literat und Kafka-Liebhaber. Als ihm ein Bekannter die Frage stellte, ob Kafka tatsächlich, wie allgemein angenommen, an der Spanischen Grippe erkrankt sei, konnte er diese Frage nicht beantworten. Salfellners Ehrgeiz war geweckt, und er begann mit umfangreichen Recherchen, aus denen am Ende eine umfangreiche Forschungsarbeit und sein Buch "Die Spanische Grippe" entstanden sind.

Die Spanische Grippe gilt als der schlimmste Grippe-Seuchenzug des zwanzigsten Jahrhunderts, und wohl auch der bisher aufgeschriebenen Geschichte.

Laut dem Medizinhistoriker Harald Salfellner habe sie von neunzehn-hundert-achtzehn bis zwanzig die höchsten Opferzahlen gefordert, die es jemals bei einer Grippe-Pandemie gab.

„Zum Vergleich: In der Pandemie 1957 – das war die zweite Pandemie in diesem Jahrhundert – spricht man etwa von einer Millionen Toten. Auch 1968 gab es eine weitere Pandemie, wieder eine Million Tote. Man vermutet, dass 1918 eine Opferzahl von 20, 40, 50 Millionen, ja manche Zahlen gehen von bis zu 100 Millionen Toten weltweit aus" erklärt Harald Salfellner.

Betroffen waren vor allem Mütter, Frauen in vorgerückter Schwangerschaft und demnach auch deren Kinder, sowie Frauen im Wochenbett.

„Und junge Menschen. Zum ersten und einzigen Mal war es eine Pandemie, in der die 15- und 20-Jährigen starben, die 30- und 35-Jährigen. Die normale Grippe nimmt doch eher die Menschen im Greisenalter aufs Korn und sucht ihre Opfer bei sehr alten Menschen" so Salfellner.

Warum das so war, könne laut Salfellner bis heute niemand erklären. Auch wisse man nicht genau, wo die Spanische Grippe eigentlich ihren Ursprung nahm.

„Spanisch" heißt sie, weil im Mai 1918 der spanische König Alfonso XIII. an ihr erkrankte, zum Glück ist er nicht verstorben. Aber das nicht von Zensurnöten geplagte neutrale Spanien berichtete davon ganz normal, während man da in kriegführenden Staaten vielleicht eher zurückhaltend war mit solchen Berichten. Spanien berichtete, und die großen Agenturen damals funkten das in die Welt hinaus und damit war die Grippe als „Spanische" gebranntmarkt" erklärt Salfellner.

Harald Salfellner stellt die Spanische Grippe in seinem Buch chronologisch dar – fokussiert dabei aber auf Personen, um die Krankheit und das dem daraus resultierenden Grauen einen nachvollziehbaren Hintergrund zu geben. Zur Veranschaulichung ist das Buch gespickt mit vielen Fotos, die größtenteils in Amerika entstanden sind. Das Buch „Die Spanische Grippe" kostet vierundzwanzig Euro dreißig.

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